Binare oppositionen strukturalismus


Man kennt auch langweilige Wahrheiten und interessante Fehler. Theorien und Methoden in ihrer historischen Bedeutung bemessen sich nicht allein danach, ob sie dem Erkenntnisgewinn gedient haben, sondern auch nach ihrer Attraktivität. So wie es Designtheorien gibt, kennt man auch Theoriedesign — den schicken Zuschnitt der Theorien nach der neusten Mode.

Die Theorien, um die es heute gehen soll, sind extrem modische Theorien — und sie sind allesamt Importe, vor allem aus Frankreich natürlich, aber auch aus den USA: Strukturalismus — Diskursanalyse — Systemtheorie. Roland Barthes, einer der wichtigsten Theoretiker des Strukturalismus, faszinierte in Paris der 60er Jahre ein erlesenes Binare oppositionen strukturalismus mit Themen und Thesen, die aus dem herausfielen, was von Universitätsprofessoren bislang zu erwarten war.

Barthes dozierte über Phänomene, deren Oberflächen sein Publikum längst kannte: über den neuen Citroen, über Greta Garbo, über Plastik oder über den Striptease. Kleidung und Luxusobjekte der Frau, so Barthes, stehen in Opposition zum Nackten, und erst diese strukturelle Beziehung des Nackten und Bekleideten verleihe dem Strip-tease einen erotischen Reiz.

Was frisch sei, sei auch jung und sauber, statt alt, binare oppositionen strukturalismus und verbraucht.

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Durch seine Einbindung in die Struktur der Oppositionen hat sich das Liquide oder die Lotion mit neuen Bedeutungsmerkmalen aufgeladen. Die Bedeutung eines Textes — und für Barthes sind alle kulturellen Gebilde als Gewebe zu verstehen — resultiert also aus den Beziehungen seiner Teile zu einander — und da diese Elemente alle im Text enthalten sind, ist eine rein textimmanente Analyse absolut ausreichend, um seine Bedeutung zu verstehen.

Sie sehen, wir haben es hier mit einem krassen Gegensatz zur Binare oppositionen strukturalismus, aber auch zur Sozialgeschichte der Literatur zu tun, weil dem Strukturalismus der Text selbst genug ist — die Intentionen binare oppositionen strukturalismus Autors, der Horizont des Lesers, der soziale Kontext der Produktion oder Rezeption spielen keine Rolle: der Text ist ein Universum, dessen Gesetze vollständig zu erfassen sind, wenn man nur seine Struktur beschreibt.

Dieses Prinzip teilt die Wissenschaft mit der Mode. Der junge Mann, sein Name ist übrigens Schmittle, [9] profiliert sich mit Thesen, die den Strukturalismus aufgreifen — selbstverständlich, denn wer wird denn gleich mit seinen Wurzeln brechen — aber zugleich auch überbieten.

Die Theorie, die ihn von seinem Binare oppositionen strukturalismus unterscheiden und populär machen soll, wird denn auch als Poststrukturalismus bezeichnet. Foucault führte in die Analyse der Sprache die vom Strukturalismus ausgeschlossene Gesellschaft wieder ein.

Tzvetan Todorov, einer der berühmtesten Strukturalisten, hat in einem Aufsatz namens Poetik zwei Weisen unterschieden, sich dem literarischen Werk zu nähern. Beide Vorschläge hatte der Strukturalismus mit Argumenten abgelehnt, die unseren jungen Wissenschaftler vollkommen überzeugten: nach den Intentionen des Autors zu forschen, führe zu Mystifikationen und zu wissenschaftlich nicht zu kontrollierenden Annahmen, denn binare oppositionen strukturalismus könne niemand wissen, was ein Autor denkt, wenn er dichtet, und zweitens sei dies auch egal, denn der Text verdanke seinen Bedeutungsaufbau seiner Struktur — und nicht einem vom Autor hineingelegten Sinn; und der Sozialgeschichte hatte der Strukturalismus entgegengehalten, er reduziere die Literatur zu Objekten oder Effekten sozialer Prozesse und verkenne so völlig die kunstvolle, in sich abgeschlossene Bauart der Texte.

Foucaults Vorlesung löst nun die Vorliebe des Strukturalismus für die Immanenz des Textes, für seine in sich abgeschlossene Konstruktion ab, ohne aber zu den alten Annahmen binare oppositionen strukturalismus, der Text sei Ausdruck des Autors oder Effekt binare oppositionen strukturalismus Prozesse im Unterbau der Gesellschaft. Foucault überbietet den Strukturalismus und beerbt ihn zugleich.

Warum kann man nicht alles sagen? Diskurse sind historische Ordnungen, es ist etwas anderes, im Diese diskursiven Prozeduren legen fest, was gesagt und wie es gesagt werden kann. Was immer der Mensch sei, wofür immer sich ein Individuum halte, die uns zur Verfügung stehenden Selbstbeschreibungen seien immer schon diskursive Effekte. Seine Texte stellten nichts anderes aus als das sprachliche Material selbst.

Struktur (ST/RK)

Dies dachte sich auch der Protagonist unserer kleinen Geschichte — und kehrte seinem Lehrer Barthes den Rücken, dem er nun vorhielt, die diskursiven Zwänge, die für die Ordnung der Strukturen verantwortlich zeichneten, immer verkannt zu haben. Die Strukturen, die der Strukturalismus beschrieben hat, werden nun von der Diskursanalyse daraufhin untersucht, welche Verfahren der Verknappung dafür gesorgt haben, das sie sind, wie sie sind.

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Jede Theorie hat ihre Zeit, und die Zeit der Diskursanalyse sind die 80er gewesen, in dem die diskursanalytische Textproduktion explodierte und Foucault zum meistzitierten Autor der geisteswissenschaftlichen Sekundärliteratur avancierte. Auch wenn eine Theorie noch so überzeugend ist — wenn sie in die Jahre kommt, wird sie langweilig.

Strukturalismus

Was keine Kommunikation sei, sondern Umwelt der Gesellschaft, binare oppositionen strukturalismus könne Soziologie nicht beobachten, alles andere aber, jede Art der Binare oppositionen strukturalismus, sei Gegenstand der Systemtheorie.

Alles — von der Politik bis zur Wirtschaft, von der Religion bis zur Liebe, von der Literatur bis zur Wissenschaft, von der Kunst bis zu den Massenmedien.

Auch wenn beide Künstler aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und leicht unterschiedlichen Generationen stammen, scheinen sie die Welt mit binare oppositionen strukturalismus gleichen Linse zu betrachten, wo die Regeln der binären Gegensätze gerne nicht akzeptiert werden. Die binäre Opposition ist die strukturalistische Idee, die die menschliche Neigung anerkennt, in Gegensätzen zu denken. Mit dieser Kategorisierung werden Begriffe und Konzepte tendenziell als positiv oder negativ assoziiert. Es ist an diesem Punkt nicht überraschend, dass sowohl William Grob als auch Elena Monzo der Massenkultur sehr kritisch gegenüberstehen. Elena Monzo gelingt es, die Ästhetik der Subkulturen Pop und Punkrock mit der geschmeidigen Eleganz des Jugendstils zu verbinden und so ihre Armee der unerwartetsten Powerdamen zu schaffen.

In solchen Formulierungen sah man in den 80ern noch einen üblen Geist am Werke, der alles Menschliche leugne und alles Kreative in Systeme einsperre, der in binare oppositionen strukturalismus Gesellschaft eine arbeitsteilige Maschine sehen wolle und die Effizienz dieser Maschine auch noch bewundere, statt kritisiere, der die Rationalität und Funktionalität der Systeme affirmiere, statt das Schalten und Walten der Macht in ihnen zu denunzieren.

Die Systemtheorie sei technokratisch, konservativ, ja reaktionär, sie verherrliche das Bestehende, das System, das es ja in Wahrheit zu kritisieren und zu subvertieren gelte. Es könne nicht das einzige Ziel der Literatur sein, sich mit inhaltlosen Klangkompositionen oder graphischen Arrangements jeder Bedeutungszuweisung zu verweigern, um so den Herrschaftsansprüchen der Diskurse zu entgehen. Die Literatur sei ein autonomes System, das seine Kommunikationen allein nach eigenen Kriterien organisiert, Literatur sei ein autopoietisches System, ein System, das die Elemente, aus denen es besteht, selbst erzeugt.

Zwischen den einzelnen Systemen bestehen scharf definierte Grenzen, man kann Geld, Macht, Recht, Kunst oder auch religiösen Glauben oder wissenschaftliches Wissen klar unterscheiden, und nur wenn diese Kommunikationen nach den Spielregeln des Systems erzeugt worden sind, wenn also politische Entscheidungen demokratische Spielregeln einhalten, wenn Geld gedeckt ist durch Kaufkraft oder Glauben gedeckt durch Offenbarung, wenn wahre Erkenntnisse nach den Spielregeln der Forschung zustande kommen, dann werden diese Kommunikationen auch abgenommen — dann werden Güter gekauft, Urteile gefällt oder Forschungsergebnisse zitiert.

Diese strikte Grenzziehung zwischen den Systemen einer Gesellschaft erinnert an die Immanenz binare oppositionen strukturalismus Strukturalismus, der ja auch im Text ein geschlossenes Universum sehen wollte, ein System also, dessen Gesetze der Sinnerzeugung er freilegen wollte.

Struktur (ST/RK)

Ein literarisches Werk wird von ihr nicht nur beschrieben als literarische Kommunikation, als Beitrag zum System der Literatur, sondern auch als Ware, die man verkaufen kann, als politische Kritik, die eine Partei provoziert, als jugendgefährdete Schrift oder Beleidigung, die das Rechtssystem herausfordert, oder auch als Bildungsgut, das in der Schule vermittelt wird.

Was aber sind dann die angemessenen Kriterien für literarische Texte? Was zum Rechtssystem gehört, ist durch die Opposition von Recht vs. Unrecht dauerhaft codiert, und dieser Code folgt wechselnden Gesetzen, die ihn binare oppositionen strukturalismus wieder neu programmieren.

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Nur was aufgrund geltender Gesetze Recht oder Unrecht ist, kann überhaupt vor Gericht verhandelt werden — alles andere wird nicht zur Klage zugelassen. Und nur was mit der Verteilung knapper Güter zu tun hat, die man entweder hat — und verkaufen will — oder nicht hat — und kaufen will - fällt in den Bereich ökonomischer Kommunikation. Jeder Erwerb führt woanders zur Knappheit, Haben vs. Anderen eine Wahrheit mitzuteilen, bedeutet nicht, sie selbst abzugeben — wie Waren oder Geld.

Lexikon der Filmbegriffe

Systeme sind also unterschiedlich codiert und programmiert. Die Literatur nun, so wird angenommen, folgt programm binäre optionen einem eigenen Code und eigenen Programmen.

  1. Wie handelt man mit binären optionen
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  3. Poststrukturalismus | SpringerLink
  4. Produktive Differenzen. Forum für Differenz- und Genderforschung Glossar
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  6. Der Strukturalismus ist in Frankreich entstanden und hatte dort seinen Höhepunkt in den er und er Jahren.
  7. Strukturalismus - Lexikon der Filmbegriffe

Literatur sei, so die These, immer interessant oder langweilig — was immer sie sonst auch sein mag. Der Versuch, auf interessante Weise zu unterhalten, erklärt die hohe Entwicklungsgeschwindigkeit der Literatur seit dem Seitdem werden immer neue Binare oppositionen strukturalismus erprobt, immer neue literarische Techniken entwickelt, neue Binare oppositionen strukturalismus erschlossen, neue Tabus durchbrochen, neue Handlungsführungen ausprobiert.

Plagiate, Kopien, leicht zu erkennende Variationen des Altbekannten, leicht zu durchschauende Plots oder erwartbare Formen gelten als langweilig — jedes literarische Werk steht unter dem Anspruch, anders zu sein als alle andern.

Während im Rechtssystem gleiche Fälle auch zu gleichen Urteilen führen und niemand sich darüber beschweren würde, dies sei langweilig, oder im Wissenschaftssystem gleiche experimentelle Bedingungen zu gleichen Ergebnissen führen sollten, steht die Literatur unter Abeichungsdruck.

Begriff[ Bearbeiten Quelltext bearbeiten ] Der Strukturalismus behauptet einen logischen Vorrang des Ganzen gegenüber den Teilen und versucht, einen internen Zusammenhang von Phänomenen als Struktur zu fassen.

Dies nimmt man natürlich binare oppositionen strukturalismus unbedingt an einzelnen Texten wahr, sondern nur dann, wenn man die Texte in den Zusammenhang eines Prozesses stellt. Literarische Programme wie die Romantik, der Realismus, der Ästhetizismus oder die Avantgarde könnte man als Binare oppositionen strukturalismus lesen, die vorhergehenden Versuche, interessant zu sein, durch neue Lösungen dieser Aufgabe abzulösen, bis dann auch die Möglichkeiten des aktuellen Programms erschöpft sind und ein neues sich daran macht, das alte abzulösen.

Die angemessene Frage an einen literarischen Text wäre für Systemtheoretiker also die, wie der Text das Problem löst, auf interessante Weise anders zu sein als Texte mit einer ähnlichen Programmierung. Wenn es im Sturm und Drang zahllose Dramen gibt, in denen unverheiratete Frauen ihre unehelich geborenen Kinder ermorden, was macht dann Goethes Faust so besonders; und wenn Fontanes Frauenschicksale von Effi Briest bis Jenny Treibel als Meisterwerke gelten dürfen, was unterscheidet diese Romane von zahllosen als minderwertig geltenden Romane vorher und nachher.

Der Strukturalismus würde das Arrangement der Oppositionen beschreiben und vielleicht zu dem Urteil kommen, Fontanes Texte wiesen eine besonders komplexe oder raffinierte Struktur auf, die Systemtheorie dagegen sieht die Struktur eines Textes immer im Rahmen der literarischen Evolution, also mit Blick auf die Vorgänger und Nachfolger. Interessant ist ein Text nie an sich, sondern immer nur im Vergleich mit anderen Texten, interessant ist ein Text nie an sich, sondern immer nur für ein Publikum, das bereits andere Werke kennt und jedes neue mit den alten vergleicht.

Ich hatte zu Beginn der Vorlesung behauptet, die Wissenschaftsgeschichte könne man auch als Geschichte theoretischer Moden schreiben, als hingen ihre Erkenntnisse nicht nur von ihrer Plausibilität ab, sondern auch von ihrer Attraktivität.